??. Geburtstag! Und leider kein bisschen weise
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WĂ€hrend ich mich nun nicht mehr damit plage, irgendwo anzukommen, sondern endlich beginne, mit dem hier und jetzt zufrieden zu sein, gibt es anderswo Krieg, Armut und Hungersnot. WĂ€hrend wir hier beginnen, das zu tun, was lĂ€ngst getan werden hĂ€tte mĂŒssen, geht es anderswo ums nackte ĂŒberleben. WĂ€hrend aber auch ich mich hier immer wieder im Gedankenkarussel wiederfinde, werde ich Ă€lter und dennoch nicht weiser; naja aber immerhin – zufriedener!

LavendelblĂŒte @home

Anfang des Jahres wĂ€hnte ich mich doch tatsĂ€chlich in einer besseren Welt: ein neuer Job, ein neues BetĂ€tigungsfeld – abseits vom Mainstream und vermeintlich wirklich etwas ganz besonderes. Was ich dabei nicht bedachte: wie weit geht Selbstaufgabe, wie wichtig ist Anpassung, mitunter auch Selbstverleugnung und wie gehe ich damit um – um zu passen, zu entsprechen, wohl auch zu ĂŒberleben, also existieren zu können am neuen (fremden) und von mir auch völlig unerkundetem Terrain?

„Aufgeben zum allerhöchsten Zeitpunkt ist nicht scheitern; vielmehr ist es eine logische Konsequenz, um sich selbst – sein ICH – zu (be)schĂŒtzen“

(c) by ullismulticoloredlittleworld

Ich will dies weder ausschlachten, noch als einziges zum Thema dieses (Burtseltags-)blogposts machen. Aber dennoch soviel dazu: jetzt weiß ich, was ich vermutete und was mir auch das jetzt bestĂ€tigt: die Notbremse ziehen ist manchmal unumgĂ€nglich und du kannst nur selber wissen, was dir gut tut und (noch viel mehr), was nicht 
 und du kannst nur selbst derjenige / diejenige 😅 sein, die / der ihr / sein eigenes Leben in der Hand hat und dafĂŒr Verantwortung trĂ€gt
 es wird dir keiner abnehmen!

WĂ€hrend sich also meine berufliche Zukunft doch ein wenig dem Ungewissen zuwandte (besser kann ich es jetzt rĂŒckblickend nicht mehr sagen), ereilte mich das, was so viele von uns traf: Corona bzw. eine. Covidinfektion. Vielmehr als ich praktisch 16-18 Stunden am Tag extrem erschöpft darniederlag und kaum Appetit oder Durst – ich musste mich doch tatsĂ€chlich zum Trinken zwingen – hatte und meist ein wirkliches ErschöpfungsgefĂŒhl verspĂŒrte, war es letztlich nicht
 aber es schlauchte mich total und ich war weder in der Lage, lĂ€nger als ca. eine halbe Stunde bis Stunde zu lesen oder fernzusehen – soziale Netzwerke vermissten schon meine BetĂ€tigung dort 😉 – noch anderes geschweige denn konstruktives zu tun. Ein bisschen Hausarbeit brachte mich außer Atem; das einzige was mir extrem gut tat: viel Sonne von drinnen (der Wohnung) aus bei offener TerrassentĂŒr genossen. Vielleicht war’s fĂŒr die Seele. Jedenfalls tat es unglaubliche gut. Und das ein oder andere Tratscherl am Telefon ließ mich nicht verzweifeln, sondern erfreute mich ein wenig. Wahrscheinlich wars auch fĂŒr die Seele. Aber was der Seele gut tut, tut meist auch dem Körper… wir wissen es: Mens sana in corpore sano et vice versa.

Die ersten Schritte nach der Infektion fĂŒhrten zu viel Selbstdisziplin (neuen TrĂ€umen) und der Erkenntnis sich die Ruhe zu gönnen die man braucht

Was dann, nach etwas mehr als drei Monaten DANACH (nach „NICHT NACHGEWIESEN“ Test, der einem wieder die Freiheit nach draußen und unter Leute zu gehen, bringt) endlich als echtes Goal nahezu gefeiert werden konnte: meine Belastung und Leistung am Ergometer (fĂŒr mich ĂŒbrigens ein guter Parameter wie’s mir körperlich so geht
) war eeendlich wieder die gleiche wie davor. Das Stiegen steigen und bergauf gehen verursachte auch endlich keine Atemprobleme mehr. Und meine gewollte (!) Gewichtsabnahme nahm nach ebenso ca. dreimonatiger Pause wieder ein wenig „Fahrt“ auf – seit letzten Oktober stehen wir bei minus (!) 15 Kilogramm. – Immerhin und ich war nicht mal so fett (dick) davor, aber etwas formig. Und die zwei bis drei KleidergrĂ¶ĂŸen weniger haben nun beim „Auftragen“ etwas Ă€lterer KleidungsstĂŒcke und beim minimalen Kauf neuer auch ein Umdenken hervorgerufen: ZERO waste oder auch EinkĂ€ufe bei in Graz zB Zerum oder 🍎Butzn tragen das Ihre dazu bei, dass mein ökologischer Fußabdruck nicht ausufert.

NatĂŒrlich spielt hier auch die Überlegung „brauche ich das wirklich?“ immer eine Rolle und Kleidung bzw. Essen (im Sinne von Lebensmittel) gewinnen (zumindest ein wenig) an (Stellen-)Wert – gerade, wenn man nicht immer alles sofort kauft. Und selbst wenn man es sich leisten kann, hin und wider ĂŒberlegt
 „Ist es nötig, sich das (zb) fĂŒnfte T-Shirt zu kaufen oder auch das dritte Paar Sportschuhe in diesem einem Sommer ?“ Gibt vielleicht sogar der Kleiderkasten noch etwas her, das wir entweder ĂŒbersehen oder bereits ad acta gelegt hatten: an old „Dirndl“ vielleicht, das das alte Dirndl (ich) dann noch „auftrĂ€gt“.

LET IT GO


Und – letztendlich auch die Erkenntnis: der Verzicht auf das „Zuviel“ macht einen weder unglĂŒcklich noch sonstwas; viel eher bestĂ€tigt er das, was anscheinend in vielen Jahren des Überflusses (und die, meine lieben, hatten wir – tatsĂ€chlich(!) ) nie oder zu selten bewusst (geworden) war ~> das genug, das genug kriegen / ja auch genug haben, war selbstverstĂ€ndlich / zu selbstverstĂ€ndlich vielleicht, aber VIELLEICHT (das stell ich jetzt mal zur Diskussion) war es wichtig, war es dazu da, uns einmal vor Augen zu fĂŒhren was wir eigentlich alles haben und was bzw. wie wenig wir nicht haben. Wer weiß? Vielleicht werden wir es im Winter / in der kalten Jahreszeit sogar zu spĂŒren bekommen, was von uns so gut wie immer einfach zu selbstverstĂ€ndlich und ach zu wenig hinterfragend (hin-)genommen wurde.

Breakfast Club bei Fotter im Leiberl von Zerum und mit einem absoluten GlĂŒcksgefĂŒhl ĂŒber gutes gesundes Essen in lieber familiĂ€rer Gesellschaft – ja auch das habe ich schĂ€tzen gelernt – vielleicht doch weiser geworden… (zumindest ein bisschen…)?

Genug der Worte, der Überlegungen und auch der (nicht nur, aber durchaus auch) dunklen Gedanken. Die Zeit und auch das – ja nennen wir’s ruhig beim Namen – Alter haben mich gelehrt (wer weiß, gelĂ€utert gar(?)): das (dennoch viele und ausreichende) Gute, das Positive nicht nur hinzunehmen und als etwas selbstverstĂ€ndliches zu betrachten, sondern als etwas besonderes und vor allem als etwas Wert zu schĂ€tzendes. Das nicht so gute (es muss nicht per se etwas negatives sein) aber ebenso anzunehmen / hinzunehmen als eine Art „Lehrmeister“, als etwas – durchaus auch schmerzhaftes -, das uns jedoch reifen lĂ€sst und zu einem neuen (grĂ¶ĂŸerem(?)) „Ich“ fĂŒhrt


In diesem Sinne werde ich nun so jung / so alt wie es sich anfĂŒhlt, wenn es egal ist, wenn man die Ziffern (ver-)tauscht 
 und fĂŒhl ich mich gut (und manchmal ein wenig Ă€lter), aber (leider(?)) nicht wirklich weise


With Love and hugs and kisses

Xoxo

Ulrike

PS: …und ich werd noch nicht 66! 🙂

Kindisch/-lich kann ich – auch ĂŒber mich selbst lachen – muss sein ! Fotos: Drexler-Ladys

2 Gedanken zu “??. Geburtstag! Und leider kein bisschen weise
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  1. Liebe Ulriche es ist immer sehr intensiv und emozional von Dir zu lesen. Danke weil ich immer wieder was du nachdenke bekomme. Ich hoffe wir treffen uns bald auf einen Kaffee glg Rossella

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