Wenn das Hotel zur Kurheilanstalt wird und das Umland zur Weinverkostung lädt

Wenn ich jetzt an diese drei Wochen zurückdenke, muss ich öfters ein wenig schmunzeln, lächeln, ja fast schon belächeln… wie es mir / uns so ergangen ist. Meine Hausärztin als erste Reaktion auf meine Erzählung: „na des tät ich nie so machen – die spinnen…“….

…das war, als ich ihr erzählte wie die Kurärztin mich in bezug auf meinen Blutdruck doch ein wenig – na nennen wirs mal so: – einschränken wollte und mir mitteilte: nein ’so‘ könnens nicht ins Bad gehen schwimmen und scho gar net in den Wellness-Bereich ins Dampfbad oder gar saunieren…“

Den Patienten – pardon in dem Fall waren wir ja „Gäste“, Kurgäste nämlich – nicht Angst machen bzw. sie nicht behandeln wie ein rohes Ei und wenig alltagstauglich machen hätte freilich nicht geschadet und so gab es auch leider neben vielen Massagen und Stromtherapien (passive Therapien) auch eine Menge Bewegungseinheiten von Wirbelsäulengymnastik bis zu Ausdauer- und Krafttraining – nur leider keine Einzelphysiotherapie… aber: das IST eben so!

Was bleibt bzw. was wir „nach Hause mitnehmen“, ist das, was zählt!

Freilich waren wir in einem wunderschönen Haus mit viel Personal und noch mehr Annehmlichkeiten, die kaum etwas (ver)missen ließen, außer vielleicht die Erlaubnis einen Wasserkocher am Zimmer zu verwenden – vom Entfachen einer Duftkerze (hätte vermutlich auch ein bisschen gegen „Heimweh“, das mich sehr plötzlich „heimsuchte“, geholfen. Schade, dass es im Speisesaal drei Wochen die gleichen Plastikblümchen am Tisch gab (hätte auch ohne Blumen gepasst 😉 ) – sowas fällt halt einem „Blumenkind“ wie mir auf. Und ebenfalls sehr bedauerlich: Die Gästeinformation(sveranstaltung) am ersten Tag hat uns nicht wirklich versucht, den Aufenthalt schmackhaft zu machen. Zu viele Verbote, zu wenig „Gebote“… „Sie dürfen das nicht, sie dürfen jenes nicht … sie müssen…“ – das hätte man auch anders an den Mann, die Frau gebracht! Macht nix, wir haben es überstanden, und das gut! Übrigens beherbergt das 4 Sterne Hotel auch ganz „normale“ Gäste, die dann auch im Thermalbereich in eine Lounge dürfen, in die wir nicht durften – es sei denn, man zahlt das extra… 😦

Aber mal ganz abgesehen, dass ein 3wöchiger Kuraufenthalt was anderes ist, als ein Urlaub, hat man, im speziellen hatte ich die Möglichkeit, den wunderschönen Ort Bad Radkersburg etwas besser kennenzulernen als bei anderen Gelegenheiten. Und auch das war gut so! Neben einer tollen Stadtführung samt anschließender Weinverkostung von einem wirklich ambitionierten Stadtführer – zu buchen bei der Gästeinfo (kostet ein paar Euro, zahlt sich auf jeden Fall aus) – ging es auch manchmal über die ehemalige slowenisch-österreichische Staatsgrenze.

Warum ich ehemalige schreibe? Naja eine Brücke trennt uns vom schönen Nachbarland, ohne Grenzposten, ohne irgendeine fixe Kontrolle… Freilich ein Reisedokument sollte man sicherheitshalber eingesteckt haben. Was uns außer der Brücke noch trennt sind Kaffee- und Mehlspeisenpreise – hierzulande könnte man zum Preis von einem Cappuccino drüben, also in Gornja Radgona, glatt zwei trinken. Ebenso verhält es sich bei sämtlichen Mehlspeisen… aber lassen wir das! Warum der Ausflug „über die Grenze“ sonst noch unternommen werden sollte? Eine Führung durch eine Sektkellerei mit anschließender Verkostung (schon wieder… naja man sollte ja nie die Katze im Sack kaufen) sowie das ein oder andere (Taschen-, Parfum- was auch immer) Angebot in einem  Duty-free-Shop runden die Ausflugs- und Freizeitmöglichkeiten ab.

Apropos „Freizeit“ (die es ohnehin gut einzuteilen gilt, denn soviel hat man ja nicht, auch samstags werden bis Mittag Therapien angesetzt): Hinzu an den vielfältigen Ausflugsmöglichkeiten kommen noch wunderbare Spazierwege, dies- und jenseits der „Grenze“, direkt entlang der Mur und wie schon erwähnt die wunderbare Altstadt von Bad Radkersburg, die auch zum Besuch des ein oder anderen Cafés verleitet. Läufer und Nordic-Walker haben ihre Freude daran und im Sommer wird es sicher auch haufenweise Radfahrer hierher führen, was während meines Aufenthalts (Ende Jänner bis Mitte Februar mit (von rund 13 Grad, was für Februar eh schon warm ist) eher nicht der Fall war.

Fazit: Die kur hat mir wie vielen anderen, die nicht oder zumindest nicht dauernd über die Stränge geschlagen haben, gut getan. Viel ausgelöst, manches etabliert und einiges weniges auch in den Alltag hinübergerettet. Ausgelöst hat sie wohl in den meisten, die so etwas machen, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, ihn zu trainieren und fit zu halten oder auch zu machen, zu überdenken, wie und WAS man wann isst und wohl auch die Überlegung, wie man ein in Summe sportlicheres fitteres Leben führen kann. Etabliert hat sich in diesen Tagen und Wochen wohl auch das tägliche „sich bewegen“ ist besser als im Ruhezustand und sei es nur den kurzen Weg zum Supermarkt zu Fuß oder mit dem Rad anstatt mit dem Auto zurück zu legen. Womit wir beim Alltag wären und ich glaube „in den Alltag hinübergerettet“ beschreibt es so ziemlich am treffendsten: wir gehen wieder zur Arbeit, sind wieder in den ganz normalen Alltag mit seinen täglichen Anforderungen wie einkaufen, kochen etc. eingebettet und sollten dann auch noch was für uns tun? Tja, das ist wohl die Kunst. Das ist aber auch das wichtigste was jetzt noch zählt: eine kleine tägliche Morgenroutine mit etwas Sport oder auch eine tägliche (halbe) Stunde draußen in Bewegung sein – zu Fuß, am Rad – whatever. Oder aber auch drei Mal pro Woche ins Schwimmbad, Fitnessstudio… – Egal! Was zählt ist die Bewegungsroutine, besser als einmal wöchentlich eine Wanderung machen ist sicher das tägliche bzw. zumindest mehrmals wöchentliche, sich wiederholende, das – anfangs sicher mühsam – schon bald einen, SEINEN fixen Platz im Alltag gefunden hat.

Wer jetzt Lust bekommen hat, etwas (mehr(?)) für sich und seinen Körper zu tun, sollte es nicht auf morgen verschieben, nein, heute bereits damit zu beginnen ist der einzig richtige Weg…

Xoxo

Eure Ulli

 

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