Aus Alt mach Neu? Na hoppla: der Charakter des Alten muss schon ein bisschen mit hinein…

Fotos: A.Drexler, U. D.-Zack, R. Hochhuber

Ganz gemütlich streckte und räckelte sich das Dirndlkleid, um aus einem längeren Schlaf zu erwachen. Es wartete gespannt, was denn nun mit ihm passieren würde… Eine Schneiderin sollte Hand anlegen und – ähnlich der berühmten „Die Rockmacherin“ – aus dem alten Kleid mit dem alten Stoff einen neuen Rock machen, nein vielmehr zaubern!

Mein Dirndl war schon immer so etwas wie ein Retter in der Not: Für viele Anlässe, wo das Motto „Tracht“ lautete, konnte es aus dem Schrank geholt werden und – je nach Festlichkeit – mal mit der, mal mit der (Dirndl-)Bluse und eventuell – hohoho 😉 – auch ohne getragen werden. Es kaschierte sogar ein bisserl das Baucherl und sah top aus: „Bauch rein – Brust raus“ gelang wie von selbst, konnte man ja mit dem Ding fast nicht anders als gerade stehen und gehen (Stichwort: Brust raus!) und den Bauch unter der schönen Schürze ein wenig verstecken.

dirndlrock_neu

Und dann irgendwann geschah das unvermeidliche: Selbst ganz ohne schwanger oder sonstwas zu sein, hatte sich nach immerhin sieben Jahren die Figur so verändert, dass es einfach nicht mehr passte. Sogar der Busen schien auf einmal keinen rechten Platz mehr zu finden – kein Wunder: hatte ich mein Dirndl seinerzeit in 36 gekauft und trug normalerweise mittlerweile Größe 40/42.

Ein wenig unglücklich darüber und doch bereits wieder voller Hoffnung, den wunderbaren Stoff doch noch für irgendetwas tragbares verwenden zu können, sann ich nach Verwendungsmöglichkeiten – von der „trachtigen“ Tasche bis zum Kinder(dirndl)kleiderl reichte die Ideenpalette. Was allerdings alles überragte war die Idee mit dem Rock. Schnell war die „weltbeste Grazer Schneiderin„, die man sich auch leisten kann, involviert. Sogleich erzählte ich ihr meine Idee – die mit dem Rock, versteht sich, denn die würde ja ein für mich tragbares Ergebnis liefern.

Ohne die richtige Umsetzung ist die innovativste Idee (leider) nichts @byme.

Und so entwickelten Renate und ich gleich mal ein bisschen „Rockmacherinnen-Arbeit“. Der Leib – sprich das Leinen (ähnlich dem bekannten Jägerleinen aber doch anders von der Konsistenz des Stoffes) – wurde als obere „Passe“ verwendet, wobei wir – Renates Idee 💡! – die eingenähten Knöpfe mitzuverwenden sofort als Highlight ansahen. Punkt 1: dies ersparte Arbeit(szeit der Schneiderin und mir etwas Geld 😉 ) und zweitens beschaffte es auch gleich noch Ressourcen in Form der nun nicht mehr neu zu erstehenden Knöpfe.

Nachdem meine Figur eben nicht mehr die unproblematischste ist… kamen wir gemeinsam auch noch zu folgendem Schluß: Renate hatte mir erst letztes Jahr mein Ballkleid geändert; der Schnitt des Rockes sollte nun dem Rock(teil) des Ballkleides angelehnt und nicht gezogen oder gar in viele Falten gelegt, sondern eben schwingend sein. Dafür wurde nun eben auch der echte Rockstoff (rosa Baumwolle) verwendet.

Bei der ersten Ansprobe war ich begeistert. Hätte den Rock am liebsten gar nicht mehr ausgezogen. Als Renate mir dann den fertigen Rock sogar nach Hause lieferte und vor Ort noch schnell von Hand ein „Haft’l“ einnähte – die Knöpfe nützten wir übrigens auch gleich und so wurde kein Reißverschluss benötigt – begann ich bereits mit allen möglichen Kombinationen zu spielen. Ein weißes Shirt… mit einem Strick(trachten)jäckchen zum Beispiel oder gar das Steirer-Sakko dazu? Oder aber eher elegant mit (Trachten-)Bluse? Und wöche Schuach? Ballerina oder weiße Turnschuh‘? Pumps in Nude oder in Lack und Schwarz? Oder die neuen Stiefeletten? Hmmm… 🤔

Egal, egal… erlaubt ist schließlich, was (mir) gefällt. Das einzige, was ich mir verbiete: dass das gute Stück nur im Kasten rumgammelt – pardon – herumhängt… wär doch ewig schad‘ d’rum – was sagt Ihr? Und dem Kleid – pardon jetzt ja nur mehr (Dirndl-)Rock – gefällt’s auch besser wieder ab und an ausgeführt zu werden…

Xoxo

Eure Ulli (mal etwas anders) ❤

Kostenpunkt: Dirndl ursprgl. ca. 300€; ändern bzw. „Rock“ machen: 2(-3) Arbeitsstunden à 32€

Schneiderin: Renate Hochhuber http://www.celij.at/

Herzlichen Dank auch an Antonia Drexler fürs (Terrassen-)Shooting

6 Gedanken zu “Aus Alt mach Neu? Na hoppla: der Charakter des Alten muss schon ein bisschen mit hinein…

  1. Hallo liebe Ulli,
    wieder mal eine sehr liebe Geschichte und das Endresultat (der Rock) einfach Spitze👌
    dU hast mich wieder zum „Schmunzeln“ gebracht, jetzt werd ich mit einem Lächeln einschlafen….
    GN8 💫
    und morgen einen wunderbaren Tag☀️
    Alles Liebe 11ie😘

    Gefällt 1 Person

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