Eintauchen, abtauchen und untertauchen – mein geliebtes Wien

Die Dinge, die ich an Wien besonders mag, sind natürlich auch genau jene, die es in Graz nicht gibt bzw. die Dinge, die Wien dann doch ganz deutlich von meinem feinen und natürlich auch klein(geistig)en Graz unterscheidet – und sei´s das „auf der Rolltreppe links umastehen“ anstatt (weiter) zu gehen!

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Richard Waldemar Park im „Sechsten“, Mariahilf  Fotos: Ulrike Drexler-Zack

Wann immer ich in Wien bin – und das kommt in den letzten Jahren wie der geneigte Leser, die geneigte Leserin bereits wissen, ja etwas öfter vor… – fällt mir immer gleich auf, was hier alles „anders“ ist. Das meiste davon mag ich, einiges lieb ich sogar und manches mag ich eben auch nicht so gerne… aber jetzt mal zu den Dingen, welche ich schätze.

Komme ich in Wien an – in letzter Zeit übrigens vermehrt mit dem Bus -, beschließe ich meistens mal ein paar Schritte zu gehen… aus denen können dann durchaus auch gleich ein paar Kilometer werden – je nach „Beschuhung“, Uhrzeit und Tagesverfassung. Erstens seh´ ich so am meisten, zweitens mag ich nach längerer Untätigkeit meiner Beine eh ganz gern ein bissl marschieren und drittens hab ich das Gefühl… dass ich hier selbst an heißen Tagen immer sozusagen vom Winde verweht – pardon: gekühlt – werde…

gehapp handy

Das nächste – und das passiert bereits im Gehen – ist dieses Eintauchen in eine Stadt, wo sich jeder, der´s will, gleich ein bisserl heimisch fühlen und doch auch unerkannt untertauchen kann. Wobei man das Untertauchen hier ja keinesfalls als ein Abtauchen in die Unterwelt betrachten sollte… Freilich nicht! 😉 Und ebenfalls: Nein, keine Sorge, die Stadt ist auch kein alles verschlingender Moloch, eher schon eine Stadt, die Vielfalt und Buntheit erlaubt und Anonymität im positiven Sinn des Wortes nicht nur zulässt, sondern auch fördert.

Heimisch fühlen zum einen deshalb, weil es hier kaum oder zumindest nur in der Minderheit den echten, den Ur-Wiener gibt, sondern vielmehr eine Mischkulanz aus aller Herren Länder (da fühl ich mich als „Zuag’raste“ keinesfalls fremd – und wenn man einen Blick in die Geschichtsbücher wirft, war das immer schon so… und ist bei weitem kein Phänomen der letzten Jahre 😉 ). Allein schon beim Sprachgemurmel fällt es unschwer, zu erkennen, das neben echten Touristen auch viele, die die österreichische Sprache erst lernen müssen, unterwegs sind. Heimisch fühlen wohl zum anderen auch aus dem Grund, weil hier Familie ist… Tja da sind und leben (und lieben 🙂 ) nun mal die ehemaligen Grazer und jetzt von mir „Wiener Kinder“ (=Stephi und Marki ) genannten und somit ist es für mich auch immer ein Platz, wo auch mein  ❤ zuhause ist.

 

steffl grad.JPG
no further comments needed 😉 – Steffl mit gemischtem Himmel

 

Wenn ich aber vom Gehen mal durchaus auch zum Fahren wechseln will, bietet mir der Wiener öffentliche Verkehr das, was ich in Graz sehnlich vermisse – zumindest an den Wochenenden. Die Taktung der U-Bahn ist ähnlich wie unter der Woche und will und muss ich wohin, kann ich mich drauf verlassen, dass so gut wie immer innerhalb weniger Minuten eine da ist: eine U-Bahn, die mich in Kürze ganz ins Zentrum – will meinen in den „Ersten“ – führt oder aber an den Stadtrand (z. B. nach Schönbrunn – und das alles in nur wenigen Minuten). Übrigens: Das Fahren mit „Öffis“ ist in Wien erstaunlich günstig! Der Alltag, den ich ja in Wien gar nicht leben muss, wär also denkbar einfach zu meistern… nur mal so angedacht.

 

wiental mit blick auf u-bahn trasse
Oben die Wientalterrassen, „drunten“ ist die U-Bahn-Trasse

 

Während mir jetzt noch tausende kleine und ein paar hunderte große Sachen einfallen würden, warum… sag ich euch am Schluss noch eines (sofern ihr nicht ohnehin schon längst im Wissen dessen seid 😉 naja man kann ja nie wissen): Steht b i t t e auf Rolltreppen nie links, sondern GEHT!!! Ansonsten dürft ihr euch auch nicht wundern, wenn ihr angemault werdet „Heast pupperl… steh da net dumm umma…“ oder auch unsanft angerempelt.

Der echte Wiener, die echte Wienerin (und sei es eine „Zuag’raste mit Job, familiären Verpflichtungen oder sonstwas, was einen zur Eile im Alltrag treibt) verstehen da nämlich überhaupt keinen Spaß und das ist auch kein Wiener Schmäh, sondern todsicher bitterer Ernst!

Xoxo

Eure Ulli

 

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Die Strudlhofstiege mít dem Bezug zum gleichnamigen Roman v. Heimito von Doderer… aber das ist eine andere Geschichte…

 

 

 

 

 

 

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