Lieber Liebeskummer als Oberflächlichkeit oder: Auf zu neuen Ufern und Wegen

Kumbergsee im Dezember 2016

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Grau in Grau scheint der Alltag, doch es gibt wieder..

Vor kurzem habe ich den Beitrag einer Bloggerfreundin gelesen und musste fast weinen: Zum einen aufgrund der darin beschriebenen Tatsache, dass man sich getrennt, auseinander dividiert hatte, zum anderen auch deshalb, weil es einfach sooo wunderschön geschrieben war… Ich will ja jetzt keine Lanze zum Beschreiben von Herzschmerzen aufgrund von Liebeskummer brechen, aber ein bisschen auf-/wachrütteln will ich. Weil wenn´s mal (wieder(?)) so richtig (schön) wehtut, weiß man eben doch, dass man das Herzerl, sein eigenes nämlich, einfach am rechten Fleck hat!

Liebeskummer – woher kommt er eigentlich und wohin geht/führt er?

Meist, und das ist doch zumindest zu hoffen, kommt er tief aus dem Inneren, weil uns unser Herz wehtut; aufgrund verschiedener Tatsachen. Vielleicht gab es bloß Streit mit dem Freund, dem Herzallerliebsten oder man ist wirklich schon zur Trennung geschritten, noch schlimmer: es wurde betrogen, hintergangen und man ist gerade in einer Art Schwebezustand und weiß (noch) nicht wie es weitergehen, man mit den Tatsachen weiterleben soll…

Egal warum, schlimm ist lediglich, dass… es so ist und man Kummer hat und leidet. Ent-täuscht ist. Man wird in seinem Herzen auch noch eine Zeitlang traurig sein, vielleicht sogar trauern, um den geliebten Menschen, die schöne Zeit, vielleicht auch nur – sollte man sich in einer Liebesbeziehung (und das kommt öfter vor als man denkt!) zum Weitermachen, zu einer weiteren gemeinsamen Zukunft entscheiden – um das verloren gegangene Vertrauen, das man in den Menschen, die Beziehung gesetzt hat.

Wichtig ist aber, dass man dabei nicht stehen-/liegenbleibt. Nicht in der Situation verharrt in einem passiven Nichtstun. Das Rausschreien von Schmerz(en), die (vielen) Tränen und auch eine Zeitlang zumindest der Hass auf die Person, die es ausgelöst hat, sind ok und das allernormalste auf der Welt… Allerdings ist es oft noch lange kein Hass, sondern sind es sogar noch Reste von… Liebe (?) – wer weiß? Wichtig ist aber auch, dass man seiner Trauer, seinem Schmerz, Zeit und Raum gibt/lässt. Man sich bewusst ist, dass es weh tut und auch weh tun darf, ja sogar soll, denn wer immer gleich locker zur Tagesordnung übergeht, versäumt etwas ganz wichtiges: den Schmerz zu verarbeiten.

„Alles, was nicht zu Ende gelitten wurde, kommt einmal wieder!“*

Wenn wir uns diesen Spruch zur Maxime machen, kann beim Leiden, beim Verarbeiten des Schmerzes schon nicht mehr viel schiefgehen, denn dann…

…kommt die Phase der „Auferstehung“, naja zumindest des sich-wieder-Aufraffens, des „Aufmachens-zu-neuen-Ufern“. Das Tal, das man durchschritten hat, war meist tief und steinig, es hat uns Kraft und wahrscheinlich auch Überwindung gekostet, aber wir haben es – natürlich bewusst durchlebt – letztendlich hinter uns gelassen. Wir wissen, was wir wollen und so wir dies noch nicht so genau wissen, wissen wir zumindest was wir nicht mehr bzw. auf gar keinen Fall mehr wollen (diesen Menschen, diese Situation… – whatever).

Wir haben vielleicht etwas weniger Illusionen (denn der Traummann hatte sich als Albtraum entpuppt, die Beziehung sich in eine Richtung entwickelt, die uns als untragbar erschien), dafür mehr realistische Chancen, das zu kriegen, was wir eigentlich wollen.

Den Partner, der uns nicht zu Beginn die Wünsche von den Augen abliest, sondern mit uns in dieselbe Richtung blickt. Der, der nicht zuerst „ich mache das und das“ sagt, sondern überlegt, wo das wir bleibt. Die Beziehung, die nicht darauf ausgerichtet ist, gemeinsam toll als Traumpaar dazustehen, sondern das Gemeinsame vor das Trennende stellt. Freilich, hier ließe sich die Liste problemlos fortsetzen, denn jeder von uns hat andere Prioritäten.

Wichtig ist, dass wir dabei drauf kommen, was uns wie wichtig ist. Man muss nicht jede Minute eines Wochenendes, der Freizeit gemeinsam verbringen, aber man sollte sich bewusst sein, dass diese Quality-Time genau die Zeit ist, in der wir Kraft tanken und Energie schöpfen können für die Zeiten, wo jeder für sich ist und sozusagen „sein Ding“ – sei es der Job, ein nicht gemeinsames Hobby, was auch immer – macht.

Welche schönen traurigen und anderen Erfahrungen habt ihr mit (Liebes-)Kummer bzw. mit und nach Trennungen? Habt ihr Tipps, wie ihr es „überstanden“, die Zeit der Trauer, der Enttäuschung überwunden habt und letztlich auch wieder zu neuen Ufern aufgebrochen seid…? Schreibt mir, wenn ihr mögt  – gern auch auf Instagram in die Kommentare!

Xoxox

Ulli

*irgendwann irgendwo gehört und 100fach bestätigt

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… ein Licht am Endes des Tunnels bzw.einen neuen Weg (F.: A. Drexler, U. D.-Zack)

 

11 Gedanken zu “Lieber Liebeskummer als Oberflächlichkeit oder: Auf zu neuen Ufern und Wegen

  1. Oh liebe Ulli,
    und schon wieder ein Beitrag zu dem ich Dir nur gratulieren kann! Ja Liebeskummer ist schlimm und tut unfassbar weh, trotzdem darf und soll man nicht in Selbstmitleid versinken! Alles was im Leben passiert hat einen Grund! …… und genau in solchen Fällen bin ich mir sicher: es kommt was besseres nach! Man darf nur nichts übereilen! Und wenn es soweit ist, oft auch erst nach ein, zwei oder auch drei Jahren, dann ist er/sie da! Die Person, wo auf einmal alles perfekt ist!!

    Dickes Busserl nach Graz!
    Ela

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Ulli,

    du sprichts mir aus der Seele.
    Hab alle deine Themen durchgelesen und dieser hier berühmt mich wahrhaft am meisten.

    Ich bin liegen gelassen worden und verletzt ( nicht lange her ) vielleicht hast du ja paar Tipps wie ich diese schwere Phase in meinen Leben durchstehe.

    Bussi Hildegard

    Gefällt 1 Person

  3. liebe Hildegard,
    das tut mir nun wirklich sehr leid für dich! natürlich könnte ich dir jetzt sofort sozusagen ein paar tipps auf die schnelle geben und auch hoffen, dass sie dir helfen; allein: dies wäre nicht fair, zumal jede Situation, so individuell sie auch sein mag, ihrer spezifischen „Behandlung“ bzw. ihres speziellen rates bedarf… wenn du mir über den kontaktbutton eine email schreiben magst… -> bitte!
    eines ist allerdings immer für alle (liebes)kummerhabenden gleich: es GIBT ein licht, eine perpektive in der Zukunft und es WIRD besser, wenngleich es auch einige zeit dauern kann!
    in der Hoffnung dir damit (zumindest ein wenig) geholfen zu haben verbleibe ich
    mit herzlichen grüßen
    urike

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  4. Liebe Ulli,
    Gott sei Dank betrifft es mich (momentan) nicht (man weiß ja nie😉)
    aber ich kann mich schon noch daran erinnern….😢
    Dein Blog Post ist einfach gut zu lesen u ich freu mich jedesmal, wenn dU etwas schreibst🙏
    Es drückt DiCH ganz lieb
    11ie😘

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  5. liebe 11ie,
    danke für deine zeilen – freue mich, wenn sich´s gut liest und dir gefällt…
    ist halt leider eine Thematik, die wirklich JEDEN von uns treffen kann. Gestern hat mir ein mann (über mail) geschrieben… dass auch die Männerwelt nicht vor derartigem Kummer gefeit ist!
    drückdich auch freu mich auf ein baldiges gemeinsames frühstück
    UBUSSERLlrike 😉

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