Auf der Jagd nach dem perfekten Foto & dem Mut zum Nicht-perfekt-sein

blumenMeine Lieben, was soll ich euch sagen: Seit ich auf Instagram bin und noch mehr seit ich diesen Blog habe, gibt es Momente, die ich für durchaus entbehrlich halte. ZB jene der Suche nach dem (fast) perfekten Foto, die sich öfter mal als durchaus schwierig gestaltet und immer wieder zur kleinen oder manchmal großen Herausforderung des Tages wird…Früher fuhr ich sommers mit dem Rad, in der sehr kalten und dunklen Jahreszeit mit Öffis zur Arbeit und versuchte 1. wach zu werden bzw. zu bleiben – tja auch das ist eine kleine Herausforderung, die es anzunehmen gilt (besonders in der Winterzeit) und 2. etwas für meinen Kreislauf zu tun, ok zweiteres wohl eher beim Radeln. Nun gibt es aber eine andere Challenge: Seit rund einem halben Jahr bin ich wie viele von euch auf „Instagram“ und seit etwas über einem Monat „füttere“ ich regelmäßig diesen Blog. Genug Grund – oder sind´s Gründe, da ja gleich zwei verschiedene „Kanäle“ auf optimale „Befüllung“ mit guten Bildern warten? – ständig auf der Suche nach dem richtigen Motiv und in Folge auch nach dem idealen Bild zu sein… Winterliche dunkle Morgen werden beim Blick aus dem Busfenster zu echten Herausforderungen, schöne Sonnenuntergänge zu einer – mehr als bloß sportlichen – Challenge. Der richtige Moment, die richtige Perspektive… gar nicht so leicht, kommt man auf einmal drauf.

Doch da wird mir noch anderes bewusst: Ist es wirklich immer nur das perfekte, wonach wir suchen oder gibt es vielleicht auch das eben nicht so idelale, das nicht einmal (un-)perfekte, sondern viel mehr das ganz und gar nicht perfekte… was unser Leben ausmacht? Der Schnappschuss, über den wir heute noch so richtig glücklich sind, das wir ihn überhaupt haben, zB als sich unsere Maus einfach beim Schoko zerlassen ihren Zeigefinger voll mit Schoko statt ins Mäulchen ins Gesicht steckte… und dann einen im wahrsten Sinn des Wortes köstlichen Anblick bot… oder der Moment, in dem wir gerade noch den Fahrradboten mit den roten Rosen am Bus vorbeirauschen sahen und der beim besten Willen nicht scharf am Foto Niederschlag fand, dafür aber unwiederbringlich war.

 

unperfekte-foto
…und hier das eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Cappuccino bei „Mäci“ Bild (F.: U. Drexler-Zack)

 

Ich will jetzt sicher keinen Appell für schlechte Fotos – und die gibt es zuhauf, nicht nur auf „Insta“ nein, überall im Netz, in der gedruckten Form der Tageszeitung oder wo auch immer – ausrufen. Nein, ganz im Gegenteil. Was ich aber dennoch möchte, ist, Bewusstsein schaffen, auch die nicht-perfekten Pics (auch unbearbeitet!), die schnellen Schnappschüsse, die nötig sind, um unser Leben in winzigen Momentaufnahmen festzuhalten, zuzulassen. Ihnen jenen Stellenwert einzuräumen, die sie verdienen.

Und auf der anderen Seite natürlich auch wieder „spielen“ dürfen mit Zeit und Raum, wenn unser Stilleben – ihr braucht jetzt bitte gar nicht erst zu suchen, bei mir werdet ihr solche Bilder wohl kaum finden – nicht genau die optimale Lichtquelle hat und der Kalender noch immer um zwei Millimeter zu weit links liegt, um wirklich optimal zur Geltung zu kommen. Auch das darf und soll sein, freilich, jeder ist auch ein bisschen der Regisseur seines Meisterwerks. Aber eben nicht immer und nicht nur…

Denn das Leben ist spontan, findet oft nicht im richtigen Licht statt und ist auch nicht nur schön und ein Meisterwerk! (c) by me

Dennoch wünsch ich allen, die sich mit dem Foto, ihrem „picoftheday“ (potd), so richtig ganz viel (Arbeit) antun, viel Freude und ein bisschen Mut zum Nichtperfekten und vor allem zum „zu-sich-und-seinen-kleinen-Unzulänglichkeiten-stehen-können“… Auch und gerade das braucht unsere virtuelle Welt.

eure (ganz und gar nicht perfekte 😉 )

Ulli

 

2 Gedanken zu “Auf der Jagd nach dem perfekten Foto & dem Mut zum Nicht-perfekt-sein

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