Valentinstag: eine kongeniale Paarung aus Zeit & Lieb(hab)en

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Lang bin ich mit diesem Beitrag sozusagen schwanger gewesen, meint einfach: lang hab ich mich mit eben diesem Blogpost im Kopf, ja auch im Herzen beschäftigt. Jetzt spuck‘ ich ihn sozusagen aus, gebäre ihn; ich hoffe, euch ist der Appetit auf euren Valentinstag noch nicht vergangen, wenn ihr noch da seid und mitlest, freu ich mich und verrat euch auch gleich was: Geschenke zum Valentine´s day werden maßlos überwertet…

Die tollsten entzückendsten Präsente werden beworben. Wenn es nach dem Konsumverhalten ginge, würden neben Blumen auch Parfums, andere Präsente und viele Gutscheine für… was auch immer verschenkt. Mann stresst am Abend des Valentinstags, nachdem er wohlgemerkt in der Parfümerie war noch schnell in den Blumenladen, um später als üblich nach Hause zu kommen und primär mal der gestressten Gattin eine Freude zu machen. Diese, nachdem sie sich gerade von zwei entzückenden aber durchaus anstrengenden Rabauken zur Guten Nacht verabschiedet hat, schmollt, weil eigentlich hätte sie ja gern Hilfe in Sachen Kinder zu Bett bringen gehabt und natürlich auch mehr Zeit und Unterstützung im Alltag… und sowieso und überhaupt.

Szenenwechsel: 17jähriger weiblicher Teenager schenkt Mama einen Gutschein-Block mit in etwa dem Inhalt: 5 x Geschirrspüler ausräumen, 1 x Müll entsorgen und 1 x Einkauf erledigen (nicht, dass ich mir das jetzt wünschen würde, naja vielleicht so ganz insgeheim doch…?!). Last Scene: Bürokollegin überreicht der anderen frühmorgens einen Sträußchen mit den Worten: „Übrigens hast du einmal Spätdienst übernehmen von mir gut…“

Na das wär doch was? Zeit schenken, Dinge oder vielmehr eben nicht Dinge, sondern Tätigkeiten, ja durchaus Nettigkeiten schenken, von denen man(n(?)) – ja auch Mann 😉 – wirklich was hat. Nicht oder zumindest nicht nur Dinge (ver)schenken, sondern auch etwas mit dem Herzen, von Herzen kommendes… Dem anderen etwas wirklich brauchbares mit auf den Weg geben… ihn entlasten, ihn spüren lassen: du bist mir was wert und zwar nicht oder nicht nur das, was man mit Geld kaufen kann, sondern vielmehr das, wozu es die Bereitschaft und wohl auch Liebe, sagen wir Hingabe jedes einzelnen braucht.

Führt mich natürlich etwas tiefer in der Überlegung: Wollen wir denen, die wir lieben, mögen, schätzen – whatever… – wirklich auf der Ebene begegnen, die wir nicht mit Geld oder anders ausgedrückt materialistisch abtun / abgelten können? Möchten wir uns vielleicht wirklich den Valentinstag als Anlass dazu nehmen, uns einmal zu fragen: was ist eigentlich mit dem, was wir als eines der kostbarsten Güter haben und doch sehr oft nicht zu schätzen wissen: Zeit. Zeit für andere, Zeit und Liebe oder zumindest Gernhaben als eine kongeniale Paarung, die im Heute oft kaum noch Bedeutung hat.

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F.: (c) Ulrike Drexler-Zack

Wer jetzt – mal ganz ehrlich und Hand aufs Herz – sagt, er hat eh immer Zeit, wenn andere ihn brauchen… lügt, heuchelt oder ist sich nicht im klaren, was es heißt Zeit zu haben. Zeit zu haben, dem Alten auf einer Palliativstation die Hand zu halten – Stunden vielleicht, Zeit zu haben, auf das Kind der Nachbarn zu schauen, sich Zeit zu nehmen für die Bedürfnisse des anderen, mit ihm den Spaziergang zu machen, auf dem Friedhof eine Kerze anzünden zu gehen – mitten unterm Jahr (ohne Anlass ohne  Veranlassung)…

In diesem Sinne wünsche ich euch ZEIT für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens und natürlich auch einen schönen Valentinstag mit Blumen, Parfum und – wer weiß vielleicht Zeit für ein gemeinsames SEIN.

Eure (Valentine´s) Ulli

2 Gedanken zu “Valentinstag: eine kongeniale Paarung aus Zeit & Lieb(hab)en

  1. Liebe „Valentine“

    Zeit ist wohl das kostbarste Gut, über das wir Menschen verfügen, darum bin ich ganz bei Dir, wenn Du sagst: die wertvollsten Geschenke kommen von Herzen – nägmlich Zeit! In diesem Sinne wünsche ich Dir einen schönen Valentinstag mit viel Zeit für Deine Lieben! 😘
    Liebe Grüße
    Ela

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