Vegetarisch frühstücken in Graz (Teil 1)

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Hasenfrühstück; Cafe Ritter alle Fotos: (c) Ulrike Drexler-Zack

 

 

Vorweg: Hier in Graz kann man nicht nur exzellent auswärts frühstücken – man bekommt auch wirklich für jeden Geschmack etwas. Kleiner Nachteil: Wer die Wahl hat, hat auch die Qual und so haben wir versucht, die Lokale so auszusuchen, dass man sowohl köstlich, als auch preiswert u n d auch noch lagemäßig verkehrsgünstig frühstücken kann… Geworden ist es eine kleine (sehr feine) Auswahl im III. Bezirk (Geidorf), eigentlich auch dem „Uni-Viertel“ in das es am Wochenende nicht nur StudentInnen verschlägt…Nachdem wir uns telefonisch erkundigt haben, ob es wohl ein freies Plätzchen für uns geben wird, versichert man uns: das sei – kommen wir recht früh – kein Problem; ausgemachter Früh(stücks)termin mit einer lieben Freundin ist also Samstag 9:00 Uhr im Fotter, ein wenig pointiert auch „Hörsaal F“ genannt, liegt dieses entzückende alte Cafe doch wirklich grad einmal umfallen von der KFU (Karl-Franzens-Universität) entfernt, in der Attemsgasse. Hierherkommen kann man mit dem Bus, zu Fuß (sommers sicher auch mit dem Rad) und wer Wert darauf legt, selbstverständlich mit dem eigenen Auto (Achtung: Kurzparkzone – die Parkzeit unbedingt lang genug einplanen – man sitzt „beim Fotter“ gern ein bisschen länger).

Das Cafe zeigt sich des morgens nicht nur in seiner entzückenden ganzen Pracht gleich einem gemütlichen Wohnzimmer, nein, es sind auch die kleinen Tischchen bereits fein gedeckt und man fühlt sich überaus willkommen. Der wirklich freundliche und dennoch unaufdringliche Kellner – der etwas altmodische Begriff Ober würde übrigens, adrett wie er ist,  auch gut zu ihm passen – eilt sofort herbei, fragt nach den Getränkewünschen und überreicht die Karte. Nachdem ich ja neuerdings sehr auf der Suche nach vegetarischem Essen bin ( bzw. es zumindest als Alternative immer auch im Angebot finden möchte), sticht mir hier sofort sogar jetzt mitten im Winter der Goldsommer ins Auge bzw. verursacht mir die Beschreibung auf der Karte den vollen „Gusto“. Auch wenn ich – nur kurze Zeit nach meiner Bestellung – ein riesiges Ruccolasalat ähnliches Gebilde samt Ei, das freilich auch die Frage „wie ess´ ich das denn am besten?“ aufwirft, weiß ich nach den ersten Bissen in das unterm dem (zweifellos) vielen Ruccola – übrigens mit einem köstlichen Tomaten-Pesto – befindliche getoastete Schwarzbrot, dass ich richtig, aber genau richtig gewählt habe. Während sich meinem Gaumen ein wahrer Himmel in Form eines hausgemachten Avocado-Aufstrichs (ja in dem Fall würde ich sogar die Bezeichnung Creme -> Avocadocreme gelten lassen) eröffnet, frage ich mich wie man ein pochiertes Ei so gut wie auch appetitlich aussehend hinbekommt… Ist wohl sicher ein gut gehütetes Küchengeheimnis! Leider ist mein heutiger Hunger nach einer Riesenportion (Kostenpunkt des Frühstücks inklusive einem – in meinem Fall war es ein Cafelatte – Heißgetränk gerundet 10 €) wirklich total gestillt und ich nehme mir vor, beim nächsten Mal mit weiteren hungrigen Mäulern wiederzukehren, um so richtig die ganze Speisekarte kennenzulernen. (Geöffnet ist der wunderbare Hörsaal übrigens täglich außer sonntags – allerdings sind die Plätze durchaus schnell vergeben…)

Frühstücken wie ein Kaiser…

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Goldsommer: Ruccola mit pochiertem Ei auf Schwarzbrot mit Avocado-Aufstrich – ein wahrer Gaumengenuss im „Hörsaal F“

Nachdem unser Besuch, diesmal war ich mit meiner jüngeren Tochter, übrigens einer begeisterten Frühstückerin, unterwegs, im ebenfalls neu adaptierten Cafe Ritter – nur unweit des Fotter, nämlich in der Rittergasse sozusagen zu Füßen der Leechkirche (mit Öffis, Rad oder Auto sowie selbstverständlich per pedes hierher zu gelangen ist durchaus gut möglich) – schon ein Weilchen her ist, muss ich ein bisschen in meinem Erinnerungsschatz kramen… Ach ja richtig, mir fällt es schon ein: Hasenfrühstück hieß dort die vegetarische Variante, die mich auch sehr entzückt hat. Wer hier isst, isst mal grundsätzlich mit dem Auge. Das Hasenfrühstück macht schon was her  – sowohl optisch als auch kulinarisch ist man mit diesem bestens versorgt. Während man anderswo nüchtern ein wenig Gemüse oder auch Obst auf ein (vielleicht sogar Extra-)Tellerchen drapiert, versucht man im Ritter wirklich den Gaumengenuss visuell zu vervollständigen. Natürlich darf hier die Zutat Humus nicht fehlen – ist es doch für die meisten Vegetarier fixer Bestandteil einer Mahlzeit. Mir persönlich schmeckt der Avo-Aufstrich ja noch um eine Spur besser, aber auch der Ritter´sche Humus kann in dieser Liga durchaus mitspielen – Kostenpunkt: um die 10 Euro inklusive Getränk (meines war eine Cafelatte) und – was das Ritter a u c h zu dem, was es ist, macht – die Karaffe mit frischem Leitungswasser ist eine Selbstverständlichkeit und lässt uns gern noch ein bisserl „nachsitzen“… Das flotte und durchaus freundliche Personal versorgt uns Montag bis Sonntag – auch hier sind Frühstücksplätze am Wochenende sehr begehrt.

 

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„Give peas a chance“ Hummus Classic und Curry (hier ohne Wasabi) und Gemüsesticks und bio-Schwarzbrot; Martin Auers Cafe im Geidorf-Center, Körösistraße

 

Und so haben wir uns umgesehen und festgestellt: Nur ein paar hundert Meter weiter – allerdings bereits in der Körösistraße (Anreise mit Bus, Straßenbahn, Rad, Auto und zu Fuß gut möglich) – erwartet uns in Martin Auers Cafe im Geidorf-Center echte vegetarische Frühstücks-Kulinarik. Wer sich einbildet, er kann in der Bäckerei mit angeschlossenem Cafe (oder ist´s vielleicht doch umgekehrt?) mehr als nur gut frühstücken, hat zweifellos recht: der ein oder andere Business-Termin unter der Woche wird wohl eher zum Frühstücks-Highlight denn zu einem rein geschäftlichem. Am Wochenende wird es sowieso klar: Wer hierherkommt ist nicht nur zu faul – pardon, natürlich meine ich bequem – zum selber Frühstück richten, sondern will auch ganz einfach die helle Atmosphäre gepaart mit einem herrlichen Kaffeeduft genießen und sich dabei ein wenig unterhalten oder auch rausschauen (die große Glasfront ersetzt zwar nicht das im Winter notwendige Vitamin C, tut aber das „ihre“, dass man sich hier wohlfühlt). Für kleine Gäste gibt’s eine Spielecke – vielleicht mit ein Grund, warum gerade Familien am Wochenende hier gern einkehren… Nun, es ist eines der wenigen Lokale, das ich allein zum Frühstück getestet habe und sehr froh war, vom durchaus netten und kompetenten Mitarbeiter auf meine Frage nach einem gemütlichen Plätzchen (die an der Wand befindlichen Barhocker sind nicht so ganz meines) rasch mit einem eigenen Tisch bedacht wurde. Nach meinem Blick in die Karte war auch ganz klar, was ich mit zum Testen bestelle und was mir auch – mit einer kleinen Abänderung – äußerst gemundet hat: Give peas a chance, ein veganes Frühstück, bestehend aus drei Sorten Hummus (für mich nur zwei (Classic und  Curry), da ich kein Wasabi mag) mit Gemüsesticks und dem selbstverständlich aus dem Hause Martin Auer stammenden Schwarzbrot. Dazu – na wer von euch hat aufgepasst und errät es? – ein großer Cafelatte. (Zum Schluss verrat´ ich euch sogar noch ein Geheimnis: Nachdem mir der Hummus Classic hier so schmeckt, hab ich noch einen Becher zum mit nach Hause nehmen bestellt… sooo lecker!) Auch preislich finden wir uns hier mit etwas über 10 Euro wieder – die Heißgetränke gibt es in verschieden Größen. Das Wasser, das es übrigens auch angereichert mit Gemüse oder Obst, zum Selberholen (ein Glas Wasser zum Kaffee wird selbstverständlich serviert) ist natürlich gratis!

Tja, das war jetzt schon fast eine Rundreise durch den Bezirk, der für mich persönlich in Graz die besten und auch preiswertesten Frühstücksvariationen bietet. Beim nächsten Frühstücksblog entführe ich euch auf die andere Seite der Mur…(das ist – für alle Ortsunkundigen – der Fluss, der meine schöne Heimatstadt in das rechte und das linke Murufer teilt) und glaubt mir, auch dort gibt es ganz tolle Adressen – freilich nach einer sehr willkürlichen Auswahl, nämlich meiner!

Bis zum nächsten Mal

Eure (sehr gern frühstückende)

Ulli

 

 

5 Gedanken zu “Vegetarisch frühstücken in Graz (Teil 1)

  1. Wunderbaren GM liebe Ulli😘
    Habe mir gerade dein „Hasenfrühstück“ zu Gemüte geführt👌
    DU bist einfach super, dein lockerer, pointierter Schreibstil gefällt mir einfach gut 👏👏
    Einziger Nachteil🙄
    Zu kurz😜
    Spaß beiseite, BiTTe verwöhn uns weiter, ich freu mich schon auf deinen nächsten Blog👍👍👍
    Übrigens, gerade die Idee „UnS“ die „Hasenfrühstücke“ näher zu bringen finde ich sensationell krameritsch🙏😘

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    1. lieb(st)e Elfie, ganz herzlichen Dank für dein liebes Lob – ich bemühe mich und natürlich macht es auch Spaß, wenn man das sieht bzw. in diesem fall liest, ist´s gut so, dann hab mich mein Ziel schon groß teils erreicht. sende dir liebe grüße sowie ein busserl (wohl schon (wieder) n den süden von Graz(?)) ulrike

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  2. Tja liebe Ulli,
    Ich finde das jetzt nicht sehr fair von Dir! 😜 Wo soll ich hier in Innsbruck ein Hasenfrühstück oder noch besser: den Goldsommer finden??
    Mir läuft das Wasser im Mund zusammen und darf mich nur mit einem Kaffee begnügen! Trotzdem wieder einmal ein toller Beitrag von Dir! Freu mich schon auf Teil 2!
    Alles liebe derweil
    xoxo Ela! 😘

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